Vorwarnung und frühzeitige Reaktion

Ansatz: Informationen über friedensschaffende Maßnahmen bereitstellen und alle relevanten Akteure einbeziehen, um eine koordinierte frühzeitige Reaktion auf Konflikte an den Großen Seen und am Horn von Afrika zu fördern.

Ein wirksames Frühwarn- und Frühreaktionssystem muss auf Folgendem beruhen: (a) systematischer Schulung und Kapazitätsaufbau; (b) Konfliktüberwachung, -analyse und -berichterstattung; (c) politische Reaktion und Strategieentwicklung; und (d) Sensibilisierung.

 

Schulung und Kapazitätsaufbau

Die regelmäßige Bereitstellung genauer und zuverlässiger Frühwarnanalysen und die Entwicklung koordinierter und kohärenter Reaktionen erfordern eine kontinuierliche Schulung, Kapazitätsaufbau und systematische Unterstützung der regionalen Netzwerkmitglieder.

FEWER Africa verfolgt beim Kapazitätsaufbau einen zweistufigen Ansatz. Erstens konzentrieren wir uns auf die Partnerorganisation auf globaler Ebene, um sicherzustellen, dass die Mechanismen und Strukturen innerhalb der Institution ausreichend vorhanden sind, um die Programmanforderungen des Projekts zu erfüllen und um auf institutioneller Ebene mit den Gemeinden und Organisationen in Kontakt zu treten Organisation vertritt, politische Entscheidungsträger und Geber. Zweitens bieten wir Schulungen in der FEWER Africa-Konfliktanalysemethode an.

Aufbau institutioneller Kapazitäten

Der Ansatz von FEWER Africa zum Aufbau institutioneller Kapazitäten basiert auf Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen der Zivilgesellschaft und der Bevölkerung in West- und Zentralafrika. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Programmierergebnisse nur erzielt werden, wenn die Institution die für die Analyse verantwortlichen Personen unterstützt, und dass Programmierergebnisse nur über die Laufzeit des Projekts hinaus nachhaltig sind, in dem die Strukturen und Mechanismen der Organisation selbst entwickelt wurden. Um legitim zu sein, müssen wir die Fähigkeit dieser Organisationen stärken, Geber und Einzelpersonen gegenüber glaubwürdig zu sein.

Der Kapazitätsaufbau von Institutionen ist ein partizipatorischer Prozess. Konkret geht es darum, sich mit den Mitarbeitern der Organisation zusammenzusetzen und an den von ihnen identifizierten Problemen zu arbeiten. Die häufigsten Trainingsprogramme sind:

  • Kommunikationsreflex
  • Institutionelle und Entscheidungsprozesse
  • Spendensammlung
  • Strategische Planung

 

Die Schulungen sind auf die spezifischen Bedürfnisse einer Organisation zugeschnitten, obwohl es nützlich war, als Rahmen für die Schulung auf „Tools“ aus der Region zurückzugreifen.

Konfliktanalyse-Methodentraining

Das Verständnis von Konflikten und friedensschaffenden Faktoren ist für die Frühwarnanalyse von entscheidender Bedeutung. Ferner ist jetzt klar, dass ein sachlicher Ansatz zur Frühwarnung fehlerhaft ist. Verschiedene Indikatoren könnten von Menschen in Konfliktgebieten auf verschiedene Weise interpretiert werden. Wahrnehmungen sind daher ebenso wichtig wie Tatsachen. Die analytische Annahme ist, dass: (a) Konflikttrends – (b) Friedenstrends +/- (c) Stakeholder-Trends = Gesamttrends. Auf dieser Grundlage können Reaktionen auf Konflikt- und Friedensentwicklungen sowie Maßnahmen von Interessengruppen definiert werden. Daher konzentriert sich der Kapazitätsaufbau auf das Verstehen von Ursachen, unmittelbaren Ursachen und Auslösern von Konflikten, Friedensindikatoren und die Analyse von Interessen, Agenden und Kapazitäten durch Interessengruppen.

Die angewandte Methodik ist aus einer Reihe von Expertenberatungen zur Konfliktanalyse hervorgegangen, die mit Vertretern des Kaukasus und des Horns / der Großen Seen Afrikas durchgeführt wurden. Es wurde vom Westafrikanischen Netzwerk für Friedenskonsolidierung (WANEP / Ghana) und dem Zentrum für Konfliktforschung (CCR / Kenia) im Rahmen eines UNDESA-Programms zum Kapazitätsaufbau für Konfliktmanagement weiter ausgearbeitet.

FEWER Africa-Mitglieder werden ihre Praxis der Frühwarnung weiterhin neu bewerten und daraus Lehren ziehen. Daher sollten die Methodik und ihre Anwendung als dynamisches Produkt angesehen werden. Es wird überarbeitet und geändert, während wir weiterhin lernen, wie wir uns wirksamer mit Frühwarnung befassen können.

Konfliktüberwachung, -analyse und -berichterstattung

Die systematische Überwachung und Analyse von Konflikten vor Ort liefert die Evidenzbasis, die Antworten auf Konflikte liefert, und gibt zivilgesellschaftlichen Gruppen die Möglichkeit, sich in Entscheidungsprozesse einzubringen. Wenn mit dieser Analyse zukünftige Szenarien vorhergesagt werden sollen, bleibt auch Zeit für vorbeugende Maßnahmen.

Die fortlaufende Überwachung und Analyse der Konfliktdynamik durch lokale Netzwerkanalysten zielt auf die Erstellung von drei Arten von Berichten ab: (a) jährliche Ausgangssituation und Risikobewertung (25-30 Seiten); b) regelmäßige Frühwarnberichte (10-15 Seiten); und (c) Policy Briefs (4-6 Seiten). Das derzeitige Frühwarnmeldesystem wird durch methodische Beiträge der Projektpartner und anderer FEWER Africa-Mitglieder weiter verbessert.

Reaktion der Politik und strategische Entwicklung

Lokale Konflikt- und Friedensanalysen müssen mit Reaktionsstrategien verknüpft werden. Wirksame Präventionsmaßnahmen erfordern einen integrierten und konzertierten Ansatz. Daher wird der Schwerpunkt auf die Förderung des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen Gruppen und staatlichen / nichtstaatlichen Akteuren gelegt, um die Reaktionen auf Konflikte zu koordinieren.

Eine wirksame Methode zur Planung und Umsetzung integrierter Reaktionen auf lokale Konfliktsituationen erfordert: (a) laufende politische Überwachung und Überwachung friedensschaffender Maßnahmen (b) strategische Planungsübungen mit mehreren Akteuren; und (c) laufende Treffen mit politischen Entscheidungsträgern und anderen Interessenträgern in Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit und die Unterrichtung der Politik.

 

Methodik zur Entwicklung und Umsetzung integrierter Pläne zur Friedenskonsolidierung

Einberufung einer Gruppe von Akteuren der Friedenskonsolidierung (lokal, regional und international) zu einem strategischen Runden Tisch. Diese „Koalition der Willigen“ wird gebeten:

  1. Konfliktfaktoren, ihre Zusammenhänge und ihre relative Bedeutung erörtern;
  2. langfristige Friedensziele für die Region festlegen und vereinbaren;
  3. Identifizieren Sie wichtige potenzielle Spoiler.
  4. Ermittlung der wichtigsten Präventionsinstrumente (entwicklungspolitische, diplomatische, sicherheitspolitische, wirtschaftliche usw.), mit denen diese Probleme angegangen werden können;
  5. Aufteilung der Rollen und Verantwortlichkeiten unter den Hauptakteuren (lokal, regional und international) nach komparativen Vorteilen;
  6. Legen Sie den Zeitrahmen für die Aktivitäten fest und identifizieren Sie mögliche Spender.

Aus diesem Runden Tisch wird ein Plan auf Makroebene formuliert, der die breiten Aktionsbereiche und die wichtigsten Akteure aufzeigt, die einbezogen werden müssen.